Wer eine NATRUE-zertifizierte Naturkosmetikmarke führt, hat bereits eine klare Entscheidung getroffen: für definierte Standards, nachvollziehbare Produktkonzepte und hohe Anforderungen an Rezeptur und Rohstoffe.
Doch spätestens bei der nächsten Sortimentserweiterung entsteht eine neue Herausforderung.
Wie lässt sich ein neues Naturkosmetikprodukt entwickeln, das zur bestehenden Marke passt, technisch zuverlässig funktioniert und gleichzeitig die Anforderungen der gewünschten Zertifizierung von Anfang an berücksichtigt?
Für Marken ist dabei nicht nur die Rezeptur entscheidend. Produktentwicklung, Rohstoffe, Verpackung, Regulatory, Produktion und Zertifizierungsanforderungen müssen möglichst früh zusammengedacht werden.
NATRUE als Standard für Natur- und Biokosmetik
Der NATRUE-Standard wurde speziell für Natur- und Biokosmetik entwickelt und legt Anforderungen an die Zusammensetzung kosmetischer Produkte, die verwendeten Inhaltsstoffe und zulässige Verarbeitungsverfahren fest.
Für Marken schafft eine solche Zertifizierung Orientierung und Glaubwürdigkeit.
Für die Produktentwicklung bedeutet sie gleichzeitig: Nicht jede technisch mögliche Kosmetikrezeptur eignet sich automatisch für ein zertifiziertes Naturkosmetikprodukt.
Die Anforderungen sollten deshalb nicht erst beim fertigen Produkt geprüft werden.
Sie gehören bereits in das erste Produktbriefing.
Warum zertifizierungsfähige Produktentwicklung früh beginnen muss
Ein neues Kosmetikprodukt entsteht aus vielen einzelnen Entscheidungen.
Welche Rohstoffe werden eingesetzt?
Welche Wirkung und Sensorik soll das Produkt besitzen?
Welche Konservierung ist möglich?
Welche Verpackung passt zur Rezeptur?
Welche Claims sollen später verwendet werden?
Und welche Anforderungen ergeben sich aus der gewünschten Zertifizierung?
Wer diese Fragen isoliert voneinander behandelt, riskiert spätere Anpassungsschleifen.
Gerade bei zertifizierter Naturkosmetik ist es deshalb sinnvoll, Produktentwicklung als Gesamtprozess zu betrachten.
Neue Produkte müssen zur bestehenden Marke passen
Für etablierte Naturkosmetikmarken reicht es nicht, irgendeine zertifizierungsfähige Rezeptur zu entwickeln.
Ein neues Produkt muss sich in die bestehende Markenwelt einfügen.
Das betrifft beispielsweise:
- Inhaltsstoffphilosophie
- Duft und Sensorik
- bestehende Produktlinien
- Zielgruppe
- Preispositionierung
- Verpackung
- Markenkommunikation
- Zertifizierungsstrategie
Eine Gesichtspflege, ein Körperpflegeprodukt oder ein neues Serum muss nicht nur technisch funktionieren.
Es muss sich für bestehende Kunden wie ein logischer Bestandteil der Marke anfühlen.
Produktentwicklung für NATRUE-orientierte Marken
Bei der Entwicklung eines neuen Naturkosmetikprodukts empfiehlt es sich, mehrere Bereiche von Anfang an miteinander zu verbinden.
1. Produktidee und Positionierung
Am Anfang steht ein möglichst konkretes Briefing.
Welches Produkt soll entstehen?
Für welche Zielgruppe?
Welche Anwendung und welches Hautgefühl werden gewünscht?
Welche Wirkstoffidee verfolgt die Marke?
Welche Anforderungen ergeben sich aus dem bestehenden Sortiment und der geplanten Zertifizierung?
Je klarer diese Fragen beantwortet werden, desto effizienter kann die technische Entwicklung beginnen.
2. Rohstoffe und Rezeptur
Die Auswahl geeigneter Rohstoffe gehört zu den wichtigsten Schritten.
Neben Funktion, Sensorik, Verfügbarkeit und Preis müssen bei zertifizierter Naturkosmetik auch die jeweiligen Anforderungen des angestrebten Standards berücksichtigt werden.
So lässt sich vermeiden, dass eine fertige Rezeptur später grundlegend verändert werden muss.
3. Musterentwicklung und Optimierung
Selbst ein gutes theoretisches Konzept muss sich in der Anwendung bewähren.
Muster dienen deshalb dazu, beispielsweise Konsistenz, Verteilbarkeit, Einziehverhalten, Duft und Hautgefühl zu beurteilen.
Auf dieser Basis wird die Rezeptur schrittweise optimiert.
4. Verpackung
Rezeptur und Verpackung müssen technisch zusammenpassen.
Ein Produkt kann beispielsweise andere Anforderungen an einen Airless-Spender stellen als an eine Tube oder einen Tiegel.
Neben dem Design sollten deshalb Material, Funktion, Dosierung, Abfüllbarkeit und Produktverträglichkeit früh geprüft werden.
5. Qualität und Regulatory
Neben Zertifizierungsanforderungen gelten für jedes Kosmetikprodukt die regulatorischen Anforderungen des jeweiligen Zielmarktes.
Dazu gehören unter anderem Dokumentation, Sicherheitsbewertung, Kennzeichnung und Produktinformation.
Deshalb sollten Regulatory und Produktentwicklung nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
6. Produktion und Abfüllung
Nach Abschluss von Entwicklung und Freigaben folgt die Überführung in die Produktion.
Hier ist entscheidend, dass ein Produkt nicht nur im Labormuster funktioniert, sondern reproduzierbar und in der geplanten Menge hergestellt werden kann.
Warum die Wahl des Produktionspartners entscheidend ist
Für eine Naturkosmetikmarke bedeutet ein neues Produkt schnell die Koordination mehrerer Partner:
Rezepturentwicklung, Rohstoffbeschaffung, Verpackung, Abfüllung, regulatorische Dokumentation und Produktion.
Je mehr Schnittstellen entstehen, desto höher wird der interne Abstimmungsaufwand.
Genau hier kann ein Full-Service-Ansatz Vorteile bieten.
CSE Cosmetic Solutions Europe begleitet B2B-Kunden von der Produktidee und Rezepturentwicklung über Verpackung und Produktion bis zu Regulatory und Lieferung.
Dadurch lassen sich zentrale Projektbausteine bei einem Ansprechpartner bündeln.
CSE als Entwicklungspartner für zertifizierte Naturkosmetikmarken
Für bereits etablierte NATRUE-Marken ist die Ausgangssituation besonders interessant.
Die Marke besteht bereits.
Die Zielgruppe ist bekannt.
Eine Produktphilosophie und ein Qualitätsverständnis sind definiert.
Jetzt geht es darum, das Sortiment sinnvoll weiterzuentwickeln.
Dabei kann CSE beispielsweise unterstützen bei:
- Entwicklung neuer Naturkosmetikrezepturen
- Überarbeitung bestehender Produktkonzepte
- Auswahl geeigneter Rohstoffe
- Musterentwicklung und Optimierung
- Verpackungsauswahl
- Produktionsplanung
- Abfüllung
- Regulatory und Dokumentation
- Skalierung neuer Produktlinien
Der Zertifizierungsprozess selbst erfolgt dabei über die jeweils zuständigen beziehungsweise von NATRUE anerkannten unabhängigen Zertifizierungsstellen.
Der entscheidende Vorteil liegt deshalb nicht darin, die Zertifizierung zu ersetzen.
Sondern darin, ein Produktprojekt von Beginn an so strukturiert aufzubauen, dass die Anforderungen des gewünschten Standards frühzeitig berücksichtigt werden können.
Sortimentserweiterung statt Standardprodukt
Gerade bei etablierten Marken sollte die zentrale Frage nicht lauten:
„Welche fertige Standardrezeptur können wir übernehmen?“
Sondern:
„Welches Produkt fehlt unserer Marke – und wie lässt es sich professionell umsetzen?“
Das kann beispielsweise eine Ergänzung einer bestehenden Pflegeserie sein, ein neuer Produkttyp für einen wachsenden Vertriebskanal oder eine innovative Rezeptur für eine neue Zielgruppe.
CSE entwickelt solche Projekte gemeinsam mit der Marke vom ersten Konzept bis zum fertigen Produkt.
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